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Sonntag, 19. August 2012

Tierschutz



Tierschutz, als unbequem bekannt,
wird lächelnd Spinnerei genannt.
Wen kümmert denn ein Hund der friert,
an kurzer Kette vegetiert?
Wen Katzen, die kaum produziert
Verkehr und Jäger dezimiert?

Was regt man sich unnötig auf
weil angeboten zum Verkauf
und Lockmittel für manches Kind
Tiermassen auf dem Markte sind,
die, wenn der Neuheit Reiz vorbei
man weitergibt, von Skrupel frei.

Wen störts, wenn dann auf Inserate
ein Händler wieder Zugriff hatte
sich tarnt, er hätt´ den besten Platz
für diesen süßen Katzenschatz
das Tier, nach qualvollem Transport,
ausliefert dem Versuchstiermord?

Was tut`s, wenn für das Wohl der Menschen
Millionen Tiere schmerzvoll enden?
Warum nicht erst an Tieren testen
was wir nicht selbst erdulden möchten?
Wenn Menschenmord als Schwerverbrechen
geahndet wird, warum nicht rächen

an Wesen, die nur wehrlos zucken,
noch besser: Frei von Schuld begucken
wie man im Film ersticht, zertritt,
vom Tier zum Mensch -ein winzger Schritt!
Was macht es schon, wenn alles Vieh
jetzt produziert in Batterie

auf engstem Raum, wo`s hingestellt,
nur für Profit und Nutzen zählt,
sich einmal frei bewegen kann
auf seinem letzten Schlachthofgang?
Man weiß zudem, das Glück der Erde
liegt auf dem Rücken unsrer Pferde.
Da Gnadenbrot sich nicht rentiert,
zum Schlachten man sie exportiert.

Ihr Jammer ist bestimmt vergessen
wenn wir Importsalami essen.
Auch weiß ein jeder ganz genau
bei uns zählt nur mit Pelz die Frau.
Was fragt man nach der Tiere Zahl

bei einem Nerz der ersten Wahl?

Was intressiert man sich so sehr
für Robbenmord im fernen Meer,
für Hunde auf den Phillipinen,
die totgequält zum Mahle dienen?
Für Stierkampf, dieses Volksvergnügen,
wo chancenlos die Tiere unterliegen?

Wer selbstlos für ein Tier tritt ein
muss irgendwo suspekt doch sein.
Sorgt erst für Menschen, hört man sagen.
Man ist versucht, zurück zu fragen,
was denn der Vorwurfsvolle tat,
wieviel er schon geholfen hat?

Man ist erfreut, dann zu erfahren
er spendet schon seit ein paar Jahren
zum guten Zweck ein Jahreslos.
Die Preise, die es gibt, sind groß.
Darauf wird kläglich er verstummen,
denn aktiv helfen nur die "Dummen".

Was da als Spinnerei verlacht
der Menschheit alle Ehre macht,
denn Tierschutz macht im kleinen gut,
was menschliche Zerstörungswut
an der Natur im großen schändet,
weil Menschheit, vom Verstand geblendet,
meint alles liegt nur ihr zu Füßen.
Vergisst, dass sie es selbst wird büßen!



(Sigrid Mayr-Gruber)




Rex - mein Zuhause war das Tierheim


Im Dezember 1998 kam Rex als ca. 9jähriger Hund in unser Heim für Tiere. Sein Alter war ihm anfangs nicht anzusehen, er war verspielt, brachte Stöckchen, Steine, Bälle - eben alles, was im großen Gelände zu finden war. So sollte es auch lange Zeit weitergehen. Rex freute sich wirklich über jeden Besucher, der das Tierheim betrat. Immer weckte er damit die Aufmerksamkeit der Besucher, schob er ihnen doch sein Spielzeug bereits unter dem Tierheimtor entgegen und wartete mit schief gehaltenem Kopf und erwartungsvollen Augen darauf, dass es über das Tor zurückgeworfen wurde. Aber wenn Besucher sein Alter erfuhren, verloren sie ganz schnell das Interesse. Alle waren der Meinung: ´Der lebt ja nicht mehr lang, das lohnt sich doch nicht!´ Trotzdem glaubten wir anfangs noch daran, dass ein Zuhause für Rex gefunden wird.

Er hat hunderte Tiere kommen und gehen sehen. Deshalb stand nach einigen Jahren fest, Rex gehört hierher. Er war hier zuhause, war unser Haus- und Hofhund, begrüßte jeden Besucher und fühlte sich im Tierheim wohl. Stets hatte jemand eine Hand für ihn frei, um ein Spielzeug zu werfen. Nachdem er auch seine Angst vor geschlossenen Räumen überwunden hatte, durfte er im Wohnhaus schlafen. Wir waren uns einig, dass Rex nur noch vermittelt wird, wenn ihm jemand das "Paradies auf Erden" bietet. Das war natürlich auch ein bisschen egoistisch gedacht, denn wir konnten und wollten uns den Tag, an dem Rex uns verlassen wird, nicht vorstellen. Aber wir hätten es ihm von Herzen gegönnt. Ein solcher Platz wurde nicht gefunden...


 Während der letzten Monate ging es dem guten Rex zusehends schlechter und wir mussten uns an den Gedanken eines Abschiedes gewöhnen. Er hatte keine Lust mehr zum Spazierengehen und Spielen. Das Aufstehen fiel ihm sehr schwer, er lag fast nur noch und schlief. Sein Alter - immerhin 15 Jahre - war ihm jetzt sehr deutlich anzusehen. Rex wurde natürlich häufiger tierärztlich betreut, was auch noch einmal kurzfristigen Erfolg brachte. Dazu trugen vor allem die Omega-Kapseln bei, die liebe Paten spendeten. Sie waren so ein bisschen wie ein Jungbrunnen für Rex. Seine Lebensqualität wurde vorübergehend deutlich besser. Aber gegen sein Alter gab es keine Medizin, am 11.02.2005 ist Rex friedlich eingeschlafen. Zuhause! Zurück bleiben 6 Jahre und 2 Monate voller Erinnerungen, Tränen, viele Tränen, aber auch das Bewusstsein, dass es Rex wirklich gut hatte und seinen Lebensabend glücklich genießen durfte, besonders dank seiner lieben Paten. Wir alle werden unser Rex´l in guter Erinnerung behalten.

Es gibt nur wenige Tiere, die sich im Tierheim so wohl fühlen, wie Rex. Besonders die älteren leiden oft schrecklich unter dem Verlust ihres Zuhauses, wenn sie zu uns müssen. Denn bei aller Liebe können wir den Tieren kein richtiges Zuhause ersetzen. Es warten noch so viele... und jedes wäre dankbar!
Bitte geben Sie Ihrem Herzen einen Ruck und auch den älteren Tieren eine Chance! Keines sollte im Tierheim sterben müssen! Auch wenn Sie kein Tier bei sich aufnehmen können, können Sie helfen. Übernehmen Sie doch eine Tierpatenschaft, um einem armen Wesen den Gnadenbrotplatz zu finanzieren.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Rex´ls Paten unserem Tierheim und seinen Bewohnern treu bleiben. 


von Hoffnung-für-Tiere

Samstag, 18. August 2012

Susi - mit 12 nochmal zurück ins Leben

Am 28.10.02 holten wir, neben vielen anderen Tiere, die ca. 12jährige Chihuahuamischlingshündin Susi aus der Wohnung von Alkoholikern. Dort lag sie auf einem alten verdreckten Sofa in ihren eigenen Exkrementen. Völlig hilflos, stinkend, fast bewegungsunfähig und beinahe blind - ein furchtbarer Anblick. SUSI muss einen eisernen Lebenswillen haben, sonst hätte sie längst aufgegeben. Der Tierarzt gab ihr nach der ersten Untersuchung nur eine geringe Überlebenschance von ca. 14 Tagen, aber Susi setzte sich durch.

Doch nun wollen wir die Geschichte mal von Anfang an aufschreiben:

Am 28.10.2002 klingelte das Telefon im Tierheim. Am anderen Ende der Leitung war der Sozialhilfeempfänger, der uns bereits im August 2002 fünf seiner sieben mittelgroßen, damals ca. 5 Monate alten Hundewelpen, überlassen hatte, weil er sie weder ernähren noch vermitteln konnte. Sein Plan, mit dem Verkauf der Tiere etwas Geld zu verdienen, ging gründlich schief. Bei der Übernahme der sehr schlanken, völlig verwurmten Tiere boten wir ihm an, auch die letzten beiden Welpen zu vermitteln, allerdings wollte er diese behalten. Wir übergaben ihm trotzdem unsere Telefonnummer und boten Hilfe für die Zukunft an... diese nutzte er nun.
Er bat uns, ihm und seinem Kumpel zu helfen, einige Tiere unterzubringen, weil er in eine kleinere Wohnung ziehen muss.

Bereits als die Wohnungstüren geöffnet wurden, drang und unsagbarer Gestank entgegen. In den Wohnungen erwarteten uns mehrere Hunde, die zum Teil noch nicht stubenrein waren, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen, Vögel und Chinchillas, deren Unterbringung zum großen Teil katastrophal war.

Im ersten Augenblick schien ihr Gesundheitszustand, gemessen an den Zuständen in den Wohnungen, einigermaßen in Ordnung zu sein. Einige der Tiere waren allerdings etwas untergewichtig. Andere mussten später im Tierheim geschoren werden und bei näherer Betrachtungsweise, waren dann doch die meisten der Tiere durch die schlechte Haltung krank.

Zuerst packten wir Meerschweinchen und Kaninchen, darunter auch eines mit abgefressenem Ohr, ein. Die Tiere hatten weder Wasser noch Futter in ihren Käfigen und die Käfigböden waren mit mindestens 2 - 3 cm Kot bedeckt, Einstreu war kaum vorhanden oder hatte sich schon zu einer Art Erde verwandelt. Wir vermuteten sofort, dass einige der weiblich Meerschweinchen trächtig sind und tatsächlich brachten 3 dieser Tiere Nachwuchs zu Welt. Die Geburt in einem Tierheim ist nicht gerade der beste Start ins Leben, war aber ihn ihrem Fall vermutlich die Rettung... Das stellte uns dann allerdings vor neue Probleme, denn wir wussten nicht wo wir diese vielen Tiere unterbringen sollen (es mussten extra Gehege gebaut werden) und wie das Einstreu und Futter für die Vielzahl der Nager finanziert werden sollten, war auch unklar. Was da noch an Tierarztkosten und Kastrationsgebühren auf uns zukam war Schwindel erregend und nicht absehbar, aber die Tiere konnten einfach nicht bei den Männern bleiben.

Da diese Hilfsaktion keine Beschlagnahme der Tiere bedeutete, hat es uns einige Überredungskünste gekostet, bis wir wirklich alle Meerschweinchen und Kaninchen in unserem Besitz hatten. Auch zwei Unzertrennliche (Vögel), die die in einem viel zu kleinen Käfig saßen, wurden uns schließlich übergeben.

Als nächstes waren die Katzen dran. 6 der 7 Tiere durften wir schließlich nach einigen Diskussionen ins Auto laden. Die Tiere wurden augenscheinlich gut behandelt, waren zutraulich und an Hunde gewöhnt, sie wurden allerdings nur schlecht ernährt und waren sehr dünn, auch sie hatten nur leere Trink- und Futternäpfe. Im Tierheim angekommen versuchten sie einiges nachzuholen, sie fraßen alles, was ihnen angeboten wurde, sofort auf. Leider waren sie durch den Wassermangel teilweise nieren- oder blasenkrank. Und im Nachhinein konnten Misshandlungen wegen diverser Verletzungen der Tiere nicht ausgeschlossen werden.

Jetzt hatten wir bereits 14 Meerschweinchen, 9 Kaninchen, 6 Katzen und 2 Vögel im Auto, dass nun eigentlich schon bis auf den letzten Platz besetzt war. Da gab es aber noch 6 Hunde, die, wie uns eine Nachbarin erzählte, nur sehr selten die Wohnung verlassen konnten. Bisher hatten wir die noch nicht zu Gesicht bekommen. Zu ihnen gehörte der ältere kastrierter Rüde Rex, die inzwischen kastrierte Mutter Lassie vom August, die zwei letzten Welpen und deren Vater Jacky sowie die kleine ältere Hündin Susi, die nicht mehr laufen konnte. Mit etwas Nachdruck gelang es uns die beiden Männer zu überreden, uns den dreijährigen unkastrierten Jacky, den Vater der Welpen, auszuhändigen. Es führte aber kein Weg dahin uns auch Lassie und ihre beiden Welpen, beides ebenfalls Hündinnen, die nach wie vor nicht stubenrein waren, zu überlassen. Natürlich gaben wir nicht so schnell auf, wir versuchten weiterhin, die Welpen und die restlichen Tiere zu übernehmen und für sie ein besseres Zuhause zu finden.

Schließlich war da noch die alte kleine Hündin, die nach Aussage der Männer schon seit einigen Wochen nicht mehr gelaufen war. Die beiden hofften, dass sie eines Tages einfach sterben würde, Geld für einen Tierarztbesuch hatten und haben sie nicht. Also war es an uns, sie zu überzeugen, dass es das Beste für die kleine Dame ist, wenn sie in Zukunft im Tierheim ein neues Zuhause findet.

Die etwa 12 jährige Susi wurde sofort tierärztlich betreut und ein bisschen verwöhnt. Sie ist absolut stubenrein, auch wenn sie nicht laufen kann, meldet sie sich immer, wenn sie raus möchte. Frau Falkenberg, die Tierheimleiterin, nimmt Susi jeden Abend mit nach Hause.

Im August 2003: wurde den Männern von der Seite des Vermieters untersagt, Hunde und Katzen in ihren Wohnungen zu halten, welch ein Glück für die Tiere. Wir konnten 4 Hunde, 3 Katzen und 2 Wellensittiche abholen. Für uns und unser Tierheim, waren nicht zu allererst die Kosten, die auf uns zukommen, entscheidend - für uns zählen zuerst einmal die Tiere.

Die Vierbeiner mussten nun alle kastriert, geimpft und entwurmt werden, bevor sie vermittelt werden konnten. Nun waren auch Lassie und die letzten beiden Junghunde, inzwischen 1 Jahr alt und noch immer nicht stubenrein, bei uns. Sie alle suchten ein richtiges Zuhause, sie sollen endlich vergessen können, wie schlecht ihre Jugend war.

Den drei Katzen erging es nicht besser. Man hätte den Tieren nicht verdenken können, dass sie sich einfach in den Zimmerecken erleichtern, aber die einzigen, die "sauber" waren, waren die Katzen, denn sie gingen trotz allem auf das stinkende, verdreckte Katzenklo, das seit Wochen oder Monaten nicht gereinigt wurde...

Wie Menschen aus freien Stücken so leben können, können wir nicht verstehen. Aber wenn Tiere so leiden, dann können wir nicht wegschauen, auch wenn wir mit dieser ungeheuren Belastung, die wir eingegangen sind an unser finanziellen, materiellen und arbeitkräftemäßigen Grenzen gestoßen sind.

Übrigens stand das Sofa, auf dem unsere Susi am 28.10.2002 in ihren eigenen Exkrementen lag im August 2003 noch genauso verdreckt in der Wohnung, sie würde also noch dort sitzen, wenn sie nicht gerettet worden wäre.

Für all die Tiere, die aus den Haushalten der beiden Männer stammten konnten wunderbare Plätze gefunden werden. Die kleine Hündin Susi sollte allerdings nicht mehr vermittelt werden. Sie sollte im Tierheim bleiben und durch uns dank lieber Tierpaten so richtig verwöhnt werden.

Über Jahre wurde sie nur mit trockenem Brot und Keksen ernährt. All ihre Gelenke waren völlig zerstört. Beim Anblick der Röntgenbilder wurde selbst unser "hartgesottener" Tierarzt kreidebleich. In Susis Mäulchen waren nur noch 3 völlig verfaulte, lockere Zähne, die gleich gezogen wurden.

Nun war sie zahnlos, konnte aber prima fressen. Auch mit dem Gewicht ging es aufwärts, von völlig abgemagerten 2,2 kg auf jetzt 4,3 kg. Laufen allerdings konnte Susi nie mehr! Deshalb wurde sie immer von Frau Falkenberg in der Hundetasche herumgetragen, sie war stets dabei, auch auf vielen Vermittlungsfahrten und durfte abends sogar mit nach Hause. Susi war ganz brav und völlig stubenrein. Auch, wenn sie nicht laufen konnte, meldete sie sich immer, wenn sie raus musste.

Susi genoss jeden Sonnenstrahl, jede Liebkosung, denn in den letzen Jahren musste sie alle dies entbehren. Das Leben im eigenen Dreck, hungrig und vergessen war nun vorbei. Da Susi keine Schmerzen hatte, was wir natürlich immer wieder kontrollieren ließen, hofften wir, dass sie noch viele Jahre die schönen Seiten des Lebens genießen kann.

Susi war inzwischen bei zwei Tierärzten zu Augenuntersuchung. Da sie nicht mehr laufen kann, wäre es für sie besonders wichtig, dass sie wieder etwas mehr sehen kann.

Als Zweitbefund wurde festgestellt, dass die Stellung von Susis Vorderbeinen unmöglich natürlich ist. Beide Beine waren schon einmal gebrochen und sind ohne Behandlung schief zusammengewachsen. Diese Verletzung könnte von einem Sturz stammen, aber viel näher liegt die Vermutung, dass Susi misshandelt wurde. Inzwischen haben wir nämlich noch den behinderten Kater Peterle von diesen "Menschen" übernommen. Und Hündin Lassie hat schreckliche Angst vor Männern, besonders vor denen, die ihrem ehemaligen Herrchen ähneln.

Am. 02.09.2003 war Frau Falkenberg mit Susi beim Augenarzt. Leider war keine Verbesserung der Sehkraft zu erreichen. Das rechte Auge war ganz blind, hatte auch keine Pupillenreflexe mehr. Auf dem linken Auge sah sie etwa 50% mit eingeschränkten Sichtkreis und dunklen Flecken. Ansonsten aber klar und deutlich. Die Netzhaut war nicht mehr ganz ok, so dass das Absaugen der Linse keine Verbesserung für Susi gebracht hätte. Aus diesem Grund haben wir uns inzwischen auch gegen die Augenoperation entschieden.

Am 14.06.2005 ist Susi über die Regenbogenbrücke gegangen.

Leider ist meine kleine Püppi Susi nicht mehr bei mir. Am 14. Juni habe ich sie unter vielen Tränen für immer einschlafen lassen. Es war unumgänglich. In der letzten Zeit hatte sich ihr Zustand rapide verschlechtert. Vor einigen Wochen ist plötzlich ihr linkes Auge nach innen "gefallen". Als es nach einigen Tagen wieder richtig nach vorn kam, war es auch blind. Das bedeutete, dass Susi nun gar nichts mehr sehen konnte. Eigentlich war dieser Punkt für mich schon nahezu unerträglich, denn sie war ja auch taub und hatte somit eigentlich keine Möglichkeit, Umweltreize wahrzunehmen. Es blieb nur schnuppern, aber dadurch, dass sie ja getragen werden musste und nicht am Boden war, stellte das keine Alternative dar. Doch ich konnte einfach nicht loslassen... Dann kamen leider Schmerzen nach dem Fressen hinzu. Nach jeder Mahlzeit, die nun mehrmals in kleine Portionen verabreicht wurde, jammerte Susi vor Schmerzen und zitterte am ganzen Körper. Es war so schlimm. Man konnte ihr nicht helfen, mir hat es das Herz zerrissen. Außerdem war die Knochenkrankheit stark vorangeschritten. Susi bekam selbst bei größter Anstrengung (und sie hat sich immer so viel Mühe gegeben) ihr rechtes Beinchen nicht mehr unter dem Körper vor. Dadurch hat sie halb im Liegen pullern müssen, wobei dann ein großer Teil Urin auf das Bein und den Bauch lief. Das war ihr so unangenehm, dass sie kaum mehr pullern wollte. Was blieb mir übrig? Meine liebe kleine Püppi sollte nicht leiden. Sie sollte die schönen Seiten des Lebens kennen lernen und das hat sie bei mir bestimmt. Über 31 Monate waren wir ein Team. Am Sonntag vor ihrem Tod sind wir noch vier Stunden wandern gegangen, bei herrlichem Sonnenschein. Sie lag dabei auf meinem Arm oder saß in ihrer Tasche. Am Dienstag habe ich sie noch mal ganz hübsch gemacht, frisch gebadet und gebürstet. Dann hat sie eine Portion von ihrem heiß geliebten Dönerfleisch bekommen, die sie ratz-fatz verputzt hatte. Und als dann die Schmerzen losgingen (die nach dem Fressen kamen), ist sie friedlich eingeschlafen. Natürlich in meinem Arm und hier im Büro. Ich habe sie in ihre Tasche gelegt und mit Margariten zugedeckt. So ist meine liebe kleine Püppi in den Himmel gekommen - wunderschön, aber ohne Schmerzen. Und mit Würde. Sie fehlt mir unendlich nach all der intensiven gemeinsamen Zeit, aber niemals wieder sollte sie leiden. Daher war es für sie eine Erlösung.

Heike Falkenberg

Herz gesucht


Herz gesucht, auch leicht getragen
Und nicht kreislaufstöungs - frei,
Aber fähig, gut zu schlagen
Und vor allem herzlich treu.

Das im dünnen, wie im dicken
Stets Gefährte bleibt und Freund
Und aus völlig freien Stücken
Ehrlich ist - und nicht nur scheint!

Das nicht lügt und nicht gemein ist
Und nie andren sich verschreibt,
Das, wenn man in Not allein ist
Trotzdem da ist - und auch bleibt!

Herz gesucht! - und schon gefunden.
Klug, bescheiden und gesund.
Treu sogar mit Überstunden:
Denn ich habe einen Hund!!!

Freitag, 17. August 2012

Fridolin & Lucky - Second-Hand-Senioren

Alles begann 2001:
Neue Nachbarn zogen bei uns ein. Nette junge Leute. Die Frau war schwanger und sie hatten eine Katze. Meine große Tochter sah den Kater und meinte: "Mama, das ist ein fettes , hässliches, schwarzes Vieh!" Na ja, sollte uns ja egal sein. Mit unserem Zwergkaninchen, Meerschweinchen und den beiden Wellensittichen waren wir "tierisch" versorgt.

Irgendwann im September, stand die Nachbarin weinend vor meiner Tür: Fridolin (der fette Kater) hatte das Baby angegriffen! Er mochte das schreiende Etwas von Anfang an nicht, doch diesmal hatte er das Baby unvermittelt angesprungen und ein riesiger Kratzer zog sich von Augenbraue bis zur Wange über das Babygesicht !!!!
Ich war entsetzt! Ich stimmte der Nachbarin zu: "Die Katze muss weg!!!!"

Im Tierheim wurde er nicht aufgenommen und so riefen wir bei Arche 90 an. : Ja, sie würden ihn nehmen, aber da er schon 13 Jahre alt und ein Einzeltier sei, müsse er warten, bis die Babystube leer werde. In ca . 3 Wochen !!!!! Wir beschlossen, den Nachbarn zu helfen und nahmen Fridolin tagsüber zu uns !!

Es kam, wie es kommen musste: Er fühlte sich hier so wohl, dass er bald auch nachts nicht mehr nach Hause wollte. Nach kurzer Zeit hatten wir uns nicht nur an Kratzbaum, Katzenklo und Spielzeugmäuse gewöhnt.......

Danke liebe Arche 90, aber Ihr bekommt unseren Fridolin nicht !!!!!!!!!

Wo Licht ist, ist auch Schatten !!

Ein TA Termin wurde ausgemacht, denn Fridolin musste geimpft werden und ich hatte einen Knoten am Schwanzansatz gefunden.
Dr. Th. meinte: " Wir machen erst einmal ein Röntgenbild, um festzustellen, ob weitere Tumore vorhanden sind. Sollte es nur der am Schwanz sein, wird der Schwanz amputiert !" Als er mit dem Rö-Bild wiederkam, sah er sehr besorgt aus.
Fridolins Tumore waren nicht das größte Problem: Leber und Nieren hatten nur die Hälfte, ja fast nur ein Drittel der normalen Größe!!! Jetzt musste ein neuer Plan her, denn bei diesem Allgemeinzustand kam eine OP nicht in Frage !!! Gott sei Dank haben wir einen TA, der sich auch mit Homöopathie auskennt und so wurde nicht nur das Futter schnell umgestellt, sondern auch verschiedene Behandlungen begonnen:
Gegen die Tumore wurde Spinnengift gespritzt und sie kapselten sich ein !!!! Für Leber und Nieren gibt es monatlich eine Spritze mit einem homöopathischen Mittel.Alles im Griff!!!

1+1=2

Es wurde Februar. Fridolin fühlte sich wohl bei uns, doch musste ich feststellen, dass er das ganze Haus zusammenjaulte, wenn wir nicht da waren! Da ist mittlerweile gelernt hatte, dass Katzen Einzeljäger, aber keine Einzelgänger sind, kam uns die Idee, eine 2. Katze zu nehmen. Beim nächsten TA-Termin, fragte ich Dr. Th. was er davon halte. Er fragte mich, was ich mir denn für ein Tier vorstelle. Gute Frage........ Vielleicht am besten eins, das vom Alter und Temperament gut passe !!!!

Was dann passierte, klingt zwar sehr ungewöhnlich, aber ich schwöre: So war es !!!!!
Dr. Th. meinte: "Ich hab´da so einen Kater im Keller . Er sollte eingeschläfert werden, weil er schon älter ist und die Besitzer eine Babykatze haben wollen! Außerdem muss er noch wegen eines Hautpilz behandelt werden, aber wenn Sie sich den mal anschauen wollen........."

Die Helferin brachte eine abgemagerte Katze. Das Tier kam sofort auch mich zu und kroch in meinen Pullover, schnurrte und ich schmolz dahin....... Zuhause angekommen, wurde ich mit Fragen überfallen. Nein, ich konnte nicht sagen, wie er aussah! Irgendetwas schwarz -weißes , ca. 1990 geboren, ohne Namen ( noch nicht einmal den hatten diese feigen Menschen ihm mitgegeben!)

Im April war es dann soweit: Kater Lucky durfte endlich bei uns einziehen !!!!
Sicherlich hatten wir uns nicht vorgestellt, dass Fridolin und Lucky sofort Freunde werden, schließlich war ich von der Nachbarin vorgewarnt: Unser Dicker war 13 Jahre lang Einzelkind gewesen und 2 Versuche ihm Katzengesellschaft anzubieten, waren kläglich gescheitert. Wir hatten einen Raum mit Fliegengitter abgesichert, so dass die beiden sich wohl sehen und riechen, aber es nicht gefährlich werden konnte. Lucky schmiegte sich an das Gitter und wollte Fridolin freundlich begrüßen, aber unser schwarzer Teufel führte sich auf, wie eine Bestie !!! So kannte ich ihn nicht !!!

Nach 3 Wochen dann der Versuch, beide zusammenzuführen. Leider hatte Lucky sich Fridolins Ablehnung sehr stark gemerkt! Man könnte auch sagen: Es war eine Katastrophe!!!!!
Wir kämpften 3 Monate mit allen Mitteln: Bachblüten, Wasserspritze, Leckerchen ......
In dieser Zeit konnten wir die Beiden nicht eine Sekunde ohne Aufsicht lassen! Meine Mutter war öfter als Katzensitter hier, als ich sie je als Babysitter gebraucht habe !!!!

Aber auch das legte sich. Unsere Ausdauer wurde belohnt! Sie werden sich nie lieben, aber sie lassen sich leben !!!!!!

Langsam war Lucky auch nicht mehr so schreckhaft. Er muss Schlimmes mitgemacht haben, denn wenn er den Schlüssel im Schloss hörte, verschwand er unter dem Sofa. Kam Besuch: war Lucky verschwunden! Nahm ich Gardinen ab und er sah die Stangen: rannte er um sein Leben! Manchmal wünschte ich, er könne mir erzählen, was er mitgemacht hat, aber ich glaube: Die Wahrheit kann ich nicht ertragen !!!

Dann wurde Lucky merkwürdig ruhig! Er verkroch sich und war fast schon apathisch!
Also: Ab zum TA !
Der TA-Besuch ergab: Lucky hat Diabetes! Ob die starken Medikamente, die er während der Pilzbehandlung bekam, der Stress der Eingewöhnung oder einfach nur sein Alter daran schuld waren: Wir werden es nie erfahren! Wahrscheinlich von jedem etwas!
Also lernte ich Insulin zu spritzen, Zuckerwerte mit Hometesting zu ermitteln, und wieder jede Menge über das passende Futter !!
Das Spritzen und die Blutentnahmen ließ unser neues Familienmitglied mit Geduld über sich ergehen. Ich hatte das Gefühl, er wusste, dass es nur zu seinem Besten war. Er liebte mich immer noch !!!!
Wie groß unsere Freude war, als die Werte so niedrig wurden, dass er nicht mehr gespritzt werden musste, kann sich keiner vorstellen !!!! Das ist jetzt über ein halbes Jahr her und es geht ihm immer noch prima!

All unsere Mühen sind belohnt worden! Wir haben die besten Mitbewohner , die man sich wünschen kann.
Fridolin hat von seinen damals fast 12 kg nur noch 6,1 kg behalten. Er ist fit wie nie zuvor! Das muss auch unser TA immer wieder feststellen, wenn er versucht ihm die monatl. Spritze zu geben *grins* !!!! Er hasst nach wie vor kleine Kinder !! Meine beiden Mädchen aber, vergöttert er ! Er weiß, wenn eine von Beiden früher Schulschluss hat, er legt sich zu dem Familienmitglied, das krank ist, er ist immer für uns da!!!!

Lucky ist nach wie vor völlig auf mich fixiert. Wann immer ich den Raum verlasse: Er steht sofort hinter mir (Die meisten Unfälle passieren im Haushalt!).
Habe ich mehrere Tage wenig Zeit für ihn, werde ich auch schon mal mit "Unsauberkeit" bestraft. Naja, bin ich ja selbst schuld , schließlich ist er für mich IMMER da !!!!!

Die Nachbarin hat mittlerweile wieder 2 Katzen. Den kleinen Diego habe ich aufwachsen sehen! Manchmal kommt er zum Spielen rüber! Er ist ein süßer Fratz, aber wir machen immer 3 Kreuze, wenn er wieder geht!
Wir sind von unseren Senioren so verwöhnt, dass wir es schlecht ertragen können, wenn von einem jungen Hüpfer unsere Wohnung "umdekoriert" wird. Wir lieben es, mit unseren Rentnern zu spielen, aber legen keinen Wert auf zerkratzte Arme!!

Unser Leben hat sich in den letzten (fast) 2 Jahren sehr stark verändert. Die ganze Familie hat ein anderes Bewusstsein für die Bedürfnisse der Tiere entwickelt. Wir haben viel dazugelernt und sind noch viel mehr belohnt worden!!!!

Die letzten 2 Jahre haben uns noch etwas gezeigt:
Ein älteres Tier hat viele Vorteile:

Das Wesen des Tieres ist bereits gefestigt ! Gerade im Tierheim kann das "passende" Tier vermittelt werden!
Auch wenn es sich hart anhört: Die Zeit der Verantwortung ist absehbar! (Wer weiß, wie die eigene Lebenssituation sich in 20 Jahren entwickelt? Kann ich so lange für ein Tier sorgen?)
Ein älteres Tier ist ruhiger, aber nicht langweilig !!!!
Ältere Tiere sind empfindsamer für die Bedürfnisse der Menschen, ohne dabei ihren eigenen Charakter zu verlieren!
Wir würden uns jederzeit wieder so entscheiden !

Und wen jetzt die Krankheitsgeschichten unserer Senioren abgeschreckt haben, dem möchte ich folgendes sagen:
-Auch junge Tiere sind vor Krankheit nicht geschützt!
-Eine gute Ernährung in jungen Jahren, hätte Fridolins Leber und Nieren nicht so geschädigt!
-Wäre Lucky behütet aufgewachsen, er bräuchte keine Angst vor Menschen haben und seine Zuckerwerte wären vielleicht nie zu hoch geworden!

Die Anschaffung eines Tieres sollte immer gut überlegt sein, denn dann wären die Tierheime längst nicht so überfüllt !!!!
Für viele Probleme gibt es eine Lösung, wenn man nur den Mut nicht verliert und sich kompetente Hilfe sucht !!

Ich hoffe, dass der ein oder andere sich "unsere Geschichte" durchliest und sich Gedanken macht.
Sei es, ob er sich danach für ein älteres Tier entscheidet oder aber noch einmal darüber nachdenkt, sich überhaupt ein Tier anzuschaffen.

Im Fernsehen habe ich gestern gehört, dass in einigen Teilen Amerikas die Tierbesitzer jetzt Tiervormund genannt werden!
Das ist sicherlich ein Fortschritt, obwohl mir persönlich die Bezeichnung "Familienmitglied" lieber ist ............
(Autor: Petra Raudzsus)

Dein Hund



"Nichts auf dieser Welt ist uns sicher.
Deine eigene Frau mag dich verlassen. Deine Kinder mögen sich als undankbar erweisen, trotz aller Opfer, die du für sie erbracht hast. Deine besten Freunde, denen du jahrelang vertraut hast, können dich eines Tages betrügen.
Du magst dein Vermögen verlieren. Dein Ruf....deine Ehre können in ein Nichts zerrinnen. Diejenigen, die am meisten vor dir in die Knie gesunken sind, werden vielleicht die ersten Steine nach dir werfen, wenn sie dich nicht mehr brauchen.
Der einzige uneigennützige Freund, den ein Mensch in dieser selbstsüchtigen Welt hat, ist sein Hund. In der ärmsten Hütte ist er genauso glücklich, wie im größten Palast....bei dir will er sein.
Der einzige, der dich nicht betrügt. Wenn du ein Bettler bist, bewacht er dich, als wärest du ein Prinz. Wenn du von Haus und Hof vertrieben wirst, wenn sie alle.....alle dich verlassen.....dein Hund verlässt dich nicht.
Hast du kein Obdach mehr und müsstest im Freien schlafen, will er keine andere Belohnung, als bei dir zu sein. Auch wenn du verhungern müsstest, bliebe er dir treu. Er hungert mit dir und küsst und leckt die leere Hand, die ihm kein Futter reichen kann. Solltest du plötzlich tot umfallen, er weicht nicht von dir. Er muss eher erschossen werden, als dass er dich im Stich ließe.
Bist du dann in der kühlen Erde und er kennt die Stelle....dort an deinem Grab findet man ihn.
Er scharrt, als wolle er dich wieder ausgraben. Er legt seinen Kopf zwischen seine Pfoten und trauert um dich.... er ..... dein bester Freund.....DEIN HUND!"

(Ed. Boshardt 1961)

Mittwoch, 15. August 2012

Laborbeagle Timo - kleiner Mann mit großem Herz


Timo ist ein Laborbeagle gewesen.
Er wurde am 13. November 2007 geboren und musste von April bis Juli 2010 seine Zeit im Tierheim absitzen. Aber es gibt auch noch Leute, die so einen kleinen Kerl aufnehmen.
Er kam am 24. Juli 20120 in seiner neuen Familie an.
Der kleine Kerl war total verschüchtert, in sich gekehrt, ja fast schon apatisch.
Er kannte einfach nichts - rein gar nichts.
2 Wochen durfte seine neue Familie ihn nicht anfassen.
Lediglich Samson, der Dogge der Familie traute er.
Lief ihm nur hinterher.
Schließlich folgten langsame Annäherungen. Ab und zu durfte seine Familie ihn mal streicheln.

Allerdings blieben noch viele Baustellen aus der Laborzeit:
Er zuckte zusammen, wenn man eine Zeitung umblätterte oder eine Sprudelflasche öffnete.
Er hatte totale Panik vor großen Männern mit dunkler Stimme.

Also wurde immer mehr mit ihm unternommen...
Und siehe da:

Nach zwei Jahren ins einer neuen Familie ist Timo ein Kuschelkönig.
Sehr neugierig, sehr gelehrig, will immer neues ausprobieren und ist ein sehr sozialverträglicher Hund.
Hat nichts böses in sich - ein richtig positives Kerlchen.

Wir hoffen, dass auch Sie nun den Mut fassen um einem Laborbeagle ein Zuhause zu schenken.Er schenkt Ihnen ganz sicher sein Herz.