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Warum ich das ganze hier mache findest du in meinen Posts, aber vorab:

Du unterstützt eine Tierschutzorganisation und möchtest den Link hier auf meiner Seite sehen?
Oder vielleicht kennst du auch eine arme Seele, deren Story du hier lesen möchtest?

Dann meld dich doch bitte bei mir & bis dahin hoffe ich auf dein Interesse...

Freitag, 31. August 2012

Tierquäler zündete Hühner an


KORNEUBURG. Mit einem Gasbrenner hat ein Unbekannter mehrere Hühner in Hausleiten (Bezirk Korneuburg) angefackelt. Die meisten verendeten. Laut ORF NÖ geschah die Tierquälerei im Hinterhof eines Einfamilienhauses, in den der Täter durch das Gartentor eingedrungen war.

Medienberichten zufolge kam es in Weistrach im Bezirk Amstetten zu einem weiteren Vorfall, dem Tiere zum Opfer fielen. Ein Nachbarstreit um Kaninchen, die offenbar durch ein Loch im Zaun immer wieder auf "fremdes" Terrain gelangten und dort Gemüsepflanzen anknabberten, dürfte derart eskaliert sein, dass der Besitzer zum Luftdruckgewehr griff und seine rund 20 Kaninchen erschossen habe. Die zuvor durch die Tiere belästigte Frau habe die Tat angezeigt. Die Tötung von Nutztieren sei per Gesetz erlaubt, ob aber Tierquälerei vorlag, werde noch ermittelt.

von oö nachrichten.at

Donnerstag, 30. August 2012

Weihnachten 2004 im Tierheim Bretning


Es waren einmal zwei Kater, Nathan und Oskar. Beide haben ihr Leben als Freigänger an völlig verschiedenen Orten hier im schönen Sachsen verbracht, doch nun hat sie das Schicksal zusammen geführt. Sie haben einiges gemeinsam, sie sind schon recht betagt und sie sind von ihren Menschen ungewollt und beide sollten sterben. Jetzt leben sie im Tierheim und hoffen, dass sich ihre Geschichten zum Guten wenden...

Der etwa 8 - 10 jährige Nathan kam am 03.11. als Fundtier in unser Tierheim. Er sollte auf barbarische Weise getötet werden, den Grund dafür werden wir wohl nie erfahren. Nathan hat einen Durchschuss von einem Kleinkalibergewehr oder einer -pistole. Das Geschoß prallte auf den rechten Eckzahn und ging durch den Gaumen in den Kopf.
Das Loch im Gaumen wurde durch unseren Tierarzt operativ verschlossen, weil es sonst ein ständiger Infektionsherd wäre. Die Wunde heilt nur schlecht, aber Nathan frisst trotzdem sehr gut, er kämpft um sein Leben.
Er ist wirklich eine ganz liebe Seele, ruhig und geduldig wartet er ab, was noch alles mit ihm passiert. Er lässt sich gern streicheln, zuckt aber erst einmal zurück, wenn sich eine Hand nähert, kein Wunder, bei dem was er erlebt haben muss.

Der 14,5 jährige Oskar wurde beim Tierarzt abgegeben. Er sollte eingeschläfert werden, weil er schwer verletzt wäre. Welch "edle" Einstellung der Besitzer, aber die Wunde, unter der Oskar angeblich litt, war schon fast verheilt und der Grind gerade mal reiskorngroß.
Seit Ende November lebt Oskar nun in unserem Heim für Tiere. Er frisst gut, ist wirklich ein ganz ganz lieber, er versteht sich mit Hunden, andere Katzen stören ihn recht wenig und Kinder mag er auch und er will weiter leben! Natürlich schläft er viel und sucht nach Wärme, die er im Tierheimbüro auf dem Kopierer findet, wie schon viele alte Katzen vor ihm.

Die beiden älteren Herren wollen gern jeder einen Gnadenbrotplatz als Freigänger bei lieben Menschen, die sich nicht an ihrem Alter stören.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann erzählen uns Nathan und Oskar vielleicht in naher Zukunft im Gästebuch oder auf der Glückspilzseite, wie ihr Leben weitergeht.

***

Erzählen Sie unsere Weihnachtsgeschichte weiter, übernehmen Sie sie auf Ihre Homepage oder drucken Sie sie aus, vielleicht verhelfen Sie Nathan und Oskar zu ihrem Happy End.

Nachtrag Januar 2005: Oskar und Nathan haben ein Zuhause gefunden.
 

Hallo, wir, Nathan, Lucy, Nadine und ich wollten uns mal melden. Nathan geht es super gut, er hat sich schnell eingelebt. Nachdem wir probeweise eine junge Kätzin bei uns aufgenommen haben und sich die zwei gut verstehen haben wir beschlossen sie zu behalten, so ist Nathan jetzt gar nicht mehr alleine. Die zwei ergänzen sich prima Lucy, war am Anfang sehr ängstlich hat sich aber von Nathan die Zutraulichkeit abgesehen. Nathan wiederum spielt jetzt relativ viel mit Lucy und hat dadurch viel Bewegung. Die beiden nutzen mittlerweile das gesamte Haus. Sie haben alle Herzen erobert und fühlen sich wohl.
Ich muss sagen, Nathan ist der beste. Obwohl ich ja anfangs etwas skeptisch war, hat mir Nathan gezeigt, dass es dafür keinen Grund gibt. Wenn ich morgens aufwache und er mich so ansieht, bin ich jedesmal wieder froh, dass ihr ihn gebracht habt.
Ich sende euch hier schon mal ein paar Bilder von Nathan... Natürlich noch mal herzlichen Dank, auch an die Person, die Nathan gefunden hat.
Liebe Grüße... senden Nathan und Melanie

Mit dem Herzen hören


Weißt Du, erklärte die kleine taube Sally ihrem Freund mit Hilfe der Gebärdensprache:
"Ich wünsche mir Ohren, die hören können"
"Was willst du denn damit, fragte ihr Freund Tommy ernst. Willst du tatsächlich all das böse Gerede hören, die Schimpfwörter und schlechten Ausdrücke, die die Menschen so von sich geben? Also ich bin ganz froh, dass ich das nicht hören muss."

"Ach Tommy, aber möchtest du denn nicht manchmal die Vögel zwitschern, den Wind säuseln und das Wasser plätschern hören?

" Doch schon, Nelly, aber ich kann auch gut ohne das leben, weil ich mich mit meiner Situation abgefunden und angefreundet habe und mit dem zufrieden bin, was ich habe. Auch wenn wir nicht hören können, so haben wir dafür ein sehr intensives Gespür bekommen, was uns das Gehör sozusagen ersetzt. Wir sehen und wir spüren viel mehr als die Menschen, die hören können und bekommen dadurch in vieler Hinsicht mehr vom Leben mit, ich würde fast behaupten, wir leben intensiver.

Schau dir doch mal die hörenden Menschen an: Du glaubst doch wohl nicht, dass sie für feine Geräusche wie das Zwitschern von Vögeln oder das Säuseln des Windes oder das Plätschern des Wassers empfänglich sind? Sieh doch nur, wie sie vorbeihetzen, keiner hat doch mehr Zeit für ein freundliches Wort. Diese Menschen, wissen anscheinend gar nicht was Hören bedeutet. Sie hören doch immer nur halb hin bzw. haben gar keine Zeit jemandem anderes zuzuhören, verdrehen den Sinn, verwechseln die Worte ....

Obwohl sie es nicht sein müssten, so scheinen sie doch taub zu sein, nicht aber wir!"

Sally hörte ihrem Freund verwundert zu und fragte dann leise:
"Tommy, Du meinst also, die anderen sind sozusagen auch taub, so wie wir?"

"Ja!
So wie die hörenden Menschen taub sein können, sind die tauben Menschen hörend!"

"Ach Tommy, wie meinst du das denn jetzt wieder, das verstehe ich nicht."

" Pass auf, ich beweise Dir, dass du hören kannst:
Komm mal hierher. Siehst du den kleinen wuscheligen Hund dort? Sieh ihn dir einfach mal an und erzähl mir, was er Dir sagt:"

Sally schenkte dem kleinen zotteligen Kerl einen langen und tiefen Blick, streichelte ihm mitfühlend über das Fell und sagte:
"Er sagt mir, dass er sehr traurig ist, dass er Hunger und Durst hat und sehr müde ist. Er ist traurig, weil ihn die Menschen enttäuscht haben. Er hat Schlimmes erlebt und wünscht sich Liebe, Geborgenheit und ein neues Zuhause."

"Verstehst Du jetzt, was ich meine? Du musstest nicht erst sein Winseln und Jaulen hören, um festzustellen, dass es ihm schlecht geht.
Deine Ohren sind taub und doch können sie hören, denn du hast das nötige Gespür und Feingefühl und ein Herz, was hören kann.
Viele Menschen können zwar hören und doch sind sie taub, weil ihr Herz nichts hört.

Züchterin - Schäferhunde einfach verkommen lassen


Ansprechpartner: TINO-Hundehaus: Tel. 06063/939 848 oder per Mail: hundehaus@tiere-in-not-odenwald.de

oder heidrun@dshn.de

Einer dieser Hunde wurde von der DSHN übernommen und bei TINO in Pension untergebracht und wird in Kürze noch gesondert vorgestellt. Wir danken TINO für die großartige Unterstützung und Hilfe bei der ganzen Aktion.


Das hier meine Damen und Herren sind reinrassige Schäferhunde von einer deutschen Züchterin! Nein, es ist kein frischer Dreck im Fell dieser Hunde,sie sind frisch gebadet. Es ist verkoteter urinduchdränkter Filz, immer noch unglaublich stinkend. Die Haut und auch die Augen sind angegriffen von dem beißenden Ammoniak. Sie haben noch keine Namen, kennen keine Leine, haben keine Muskulatur. Nach ein paar Metern schon müssen sie sich setzen oder legen. Erschwerend hinzu kommt, dass ihre Hinterhand sehr runter gezüchtet wurde, sie kriechen zur Zeit mehr als dass sie laufen. Sie sind sehr klein, ihre Zähne sind gelblich und Plaque-belegt. Es sind keine Welpen, nein! Diese Hunde sind ein Jahr alt! Schlechte Zucht, falsches und zu wenig Futter, keine Bewegung und keine Liebe macht aus jungen zukunftsträchtigen Tieren solche Elendskreaturen . . . . Die Besitzerin/ „Züchterin“? warb damit, ihre Hunde IM HAUS aufzuziehen. Es stimmte sogar, sie hielt darin 18 Schäferhunde! Diese armen Tiere kamen nicht raus und saßen Tag ein und Tag aus in ihrem eigenen Dreck und warteten auf die wenigen Minuten am Tag, wenn vielleicht Futter kam, frische Luft und Licht. Die deutsche Gesetzgebung macht es möglich, dass es auch nach Bekanntwerden des Falles noch lange Zeit dauerte, bis den Tieren geholfen werden konnte. Freiwillig gab sie selbstverständlich keines der Tiere her, sah auch nicht mehr ein, dass mit solchen Tieren kein Geld zu verdienen ist. Sie schaltete Anwälte ein und das Verfahren zog sich hin. Tja das Ende vom Lied kennen wir, aber es wäre falsch zu denken, alle Tiere wurden dort weggeholt. Mitnichten!!!! Geschickte Anwälte brachten es fertig durchzusetzen, dass die Dame 3 Tiere behalten durfte. Eines der Tiere ist eine Mutterhündin samt ihren Welpen, da Welpen unter 8 Wochen nicht gezählt werden dürfen (laut Gesetz) Warum eigentlich nicht !?!?!? Der armselige große Rest wurde auf TSV aufgeteilt, die nun die Kosten haben, aus diesen Elendskreaturen zu versuchen, richtige Hunde zu machen . Natürlich sind die Tiere weder geimpft noch gechipt sehr wahrscheinlich wurden sie nie entwurmt und natürlich ist keines kastriert! Es ist der Faktor Zeit, den sie unter anderem jetzt brauchen. Sie müssen gutes Futter bekommen, Aufbaupräparate für ihre Gelenke, eine Schur, damit das Fell gut nachwachsen kann. Liebe und Bewegung, langsam aufgebaut und viel Pflege. Viel Arbeit und Engagement für alleine die 5 nur bei TINO mit dem Wissen, dass irgendwo in Deutschland eine „Züchterin“, oder besser animal horderin immer noch Hunde hält. . . . Es sollten eigentlich große stolze stattliche Rüden sein, Langhaarschäferhunde bekommen ein Schultermaß von 65 cm und mehr. Diese Hunde sind bedeutend kleiner, zierlicher im Gebäude, werden wahrscheinlich auch nicht mehr größer. In der wichtigen Wachstumsphase wurde versäumt, ihre Entwicklung zu fördern, vermutlich kam noch Inzucht hinzu. Man sieht aber schon auf den Bildern, welch liebe Tiere es sind. Es ist ein kleines Wunder, sie wollen nur schmusen, kuscheln, holpern und stolpern hinter uns her und suchen unsere Nähe.
 
von Deutscher Schäferhund Nothilfe e.V.

Dienstag, 28. August 2012

Mexiko Drogengangster üben Folter an Hunden



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Foto: REUTERS
Die Tierschutzorganisation "Milagros Caninos" kümmert sich um gequälte Vierbeiner. Hunde werden in Mexiko zu Folteropfern: Mitglieder von Drogenbanden proben an ihnen die Amputation von Gliedmaßen, Drogenabhängige pumpen sie mit Rauschgift voll.

Mexiko-Stadt - "Pay de Limón" ist ein milchkaffeebrauner Rüde, ein schöner, kräftiger Schäferhundmischling, der sich gern auspowert. Eine ganze Weile war ihm das nicht möglich. Denn er wurde zum Opfer mexikanischer Drogenbanden. "Sie haben ihm zwei Pfoten abgeschnitten", erzählt Patricia Ruiz von der Stiftung "Milagros Caninos" ("Hundewunder") in Mexiko-Stadt. Hier fand der Vierbeiner Zuflucht, nachdem ihn Passanten 2011 blutend und wimmernd in einem Müllcontainer im Fresnillo-Bezirk von Mexikos Hauptstadt gefunden hatten.
Laut "Milagros Caninos" waren die Schnitte "sehr gut gemacht, offenbar von einem Profi". Bei den Tierquälern soll es sich um Mitglieder der gefürchteten paramilitärischen Gruppe "Los Zetas" gehandelt haben. Sie übten laut Ruiz an dem Hund das Abtrennen von Gliedmaßen. Es gehört zum blutigen Alltag der Banden, dass Feinde gewarnt werden, indem man ihnen Finger oder Zehen abtrennt. Die Botschaft ist unmissverständlich: Noch bist du am Leben, aber einen Schritt weiter, und du bist tot. Geschätzt 60.000 Menschen kamen in dem seit Jahren andauernden Krieg der Kartelle ums Leben, unter ihnen Kinder, Frauen, Behinderte. In einem Land, in dem ein Menschenleben so wenig wert ist, kann man erahnen, wie es um den Respekt gegenüber einem Tier bestellt ist.
"Pay de Limón" ("Zitronenkuchen") hat es vergleichsweise gut getroffen. Die Stiftung sammelte Spenden für eine Hundeprothese. Weil es in Mexiko aber keinen Produzenten solcher Hilfsmittel gibt, wurden Abdrücke seiner Vorderläufe an eine im US-Bundesstaat Colorado ansässige Firma geschickt, wo die Prothese gefertigt wurde. Inzwischen hat sich der Rüde an die künstlichen Helfer gewöhnt und tollt mit seinen Artgenossen über die Wiese der Anlage.
Mensch und Tier in Extremsituationen
"Milagros Caninos" ist ein Hort für Tiere "in Extremsituationen", wie es heißt. Nicht nur tierische Folteropfer finden hier Aufnahme, auch krebskranke, gelähmte, blinde und sehr alte Tiere - außerdem Hunde, die mit Drogen vollgestopft wurden. Wie der betagte und fast blinde Almendro ("Mandel"), der auf einem Markt zusammen mit Drogenabhängigen lebte und von ihnen mit Rauschgift vollgepumpt und heftig misshandelt wurde. Der Hund hatte bei Ankunft in der Tierpflegestation veritable Entzugserscheinungen und musste therapiert werden.
Nicht alle Hunde können mit Prothesen versorgt werden. Einige bewegen sich auf Stützen aus Einkaufstrolleys fort, wuseln um ihre Betreuer herum und genießen ihr Leben, das nicht mehr von Angst, Flucht und Quälerei geprägt ist.

Auch Tierschützer selbst müssen in Mexiko bisweilen um ihr Leben fürchten. Die Gesellschaft der Tierschützer in Mexiko machte den Fall von Javier Cervantes öffentlich: Er beherbergte und pflegte in der Gemeinde Jaltenco im Bundesstaat México etwa 80 heimatlose Hunde und Katzen. Im Februar 2009 stürmten maskierte, schwarz gekleidete Männer sein Grundstück und schlachteten die Tiere ab. Sie verprügelten Cervantes und warfen ihn mitsamt der Tierleichen auf einen Lastwagen, setzten ihn später auf einem Feld aus. Die Polizei unternahm nichts.
  Neuer Präsident, alte Probleme
Die Situation in Mexiko ist desolat. Der Alltag ist von Gewalt und Korruption auf allen Ebenen geprägt. Eine große Zahl von Staatsbeamten, Politikern und Angehörigen der Sicherheitskräfte kooperieren mit den Drogenbanden und sind an Gewinnen aus dem lukrativen Handel beteiligt. Kritiker werfen dem scheidenden Präsidenten Felipe Calderón vor, zwar 2006 den Krieg gegen die Kartelle ausgerufen zu haben, in Wahrheit jedoch selbst mit dem Sinaloa-Kartell und dessen Boss, dem mächtigen Chapo Guzman, im Bunde zu sein.
Am 6. September soll der Gewinner der Präsidentschaftswahl offiziell verkündet werden. Enrique Peña Nieto von der ehemaligen Staatspartei PRI (Partei der Institutionalisierten Revolution) steht bereits als Wahlsieger fest. Die Hoffnung, dass der 45-Jährige das Chaos beseitigen könnte, ist gering. Seine Regierungszeit als Gouverneur im Bundesstaat México von 2005 bis 2011 war geprägt von Justizskandalen und zahlreichen Menschenrechtsverletzungen. Seine Polizeitruppe soll eine der korruptesten im ganzen Land gewesen sein.
Mit Material von Reuters

von SpiegelOnline

Und jetzt sind es wieder die bösen "Kampfhunde"

Nach Beiß-Attacke auf Bub (3) Politiker: „Maulkorb für alle Rottweiler!“
Irene Kleber, vom 28.08.2012 07:00 Uhr
Einflussreiche Münchner Politiker fordern nach der neuerlichen Attacke Maulkörbe. Und: „Opfer von Kampfhunden müssen in hohem Maß entschädigt werden.“ Dem KVR fehlt aber noch die Handhabe. (SYMBOLBILD) Foto: fotolia
Einflussreiche Münchner Politiker fordern nach der neuerlichen Attacke Maulkörbe. Und: „Opfer von Kampfhunden müssen in hohem Maß entschädigt werden.“ Dem KVR fehlt aber noch die Handhabe. (SYMBOLBILD) Foto: fotolia

Einflussreiche Münchner Politiker fordern nach der neuerlichen Attacke Maulkörbe. Und: „Opfer von Kampfhunden müssen in hohem Maß entschädigt werden.“ Dem KVR fehlt aber noch die Handhabe.
Schreckliche Schmerzen, Albträume – und eine panische Angst vor Hunden, die dem kleinen Buben aus der Blumenau vermutlich für immer bleiben wird: Nach der schrecklichen Attacke des Rottweilers „Budda“, der sich auf dem Flemischweg in das Bein des spielenden Kindes verbissen hatte (AZ berichtete), befindet sich das Tier noch immer zur Untersuchung im Tierheim. Es ist eine weitere Attacke, die Fragen aufwirft:

Warum gibt es in München keine Maulkorb-Pflicht für Kampfhunde? Tatsächlich ist die Rechtslage verwirrend. Laut Lesart des Münchner Ordnungsamts (KVR) gibt es in München nämlich „keine Kampfhunde“. Die Haltung von Hunden der „Klasse 1“ (z. B. Pitbull, Staffordshire Bullterrier) ist generell verboten. Kampfhunde der „Klasse 2“, zu der auch ein Rottweiler gehört, werden nur dann erlaubt, wenn ein Gutachter ihnen per „Negativ-Zeugnis“ attestiert, dass sie nicht aggressiv oder gefährlich für Menschen sind. Und damit gelten sie rein rechtlich nicht mehr als „Kampfhund“.
Dazu kommt: „Im Bayerischen Landes-Straf- und Verordnungsgesetz gibt es keine Rechtsgrundlage, nach der München einen generellen Maulkorbzwang erlassen könnte“, erklärt KVR-Sprecher Matthias Rischpler. „Das können wir bislang nur für einzelne Hunde tun, die auffällig geworden sind.“ Von den 31384 Hunden, die 2011 in München gemeldet waren, sind etwa 330 „auffällig“ geworden – das heißt, sie haben Menschen oder andere Hunde angegriffen. In 80 Fällen hat das KVR Auflagen erteilt – wie Leinenzwang, den Besuch einer Hundeschule oder den Entzug des Hundes. 20 bis 30 Hunde in München dürfen nur noch mit Maulkorb auf die Straße.

Was meinen Stadtpolitiker dazu? Irrsinn, findet das CSU-Fraktions-Chef Seppi Schmid – und fordert: „Wir brauchen einen Maulkorbzwang für alle Kampfhunde, auch für Rottweiler!“ Für ihn sei „ein Kampfhund einfach ein Kampfhund“ – und damit potenziell gefährlich. „Tiere sind unberechenbar. Auch ein Negativbescheid vom Gutachter macht doch einen Rottweiler nicht zum Dackel“, findet der CSU-Mann. „Da steht die Sicherheit der Münchner und ihrer Kinder eindeutig vor der Freiheit der Hunde und der Hundebesitzer. Wer in München unbedingt einen Hund halten mag, der muss ja keinen Rottweiler haben.“
Auch Stadtrats-Kollege Michael Mattar (FDP) schließt sich Schmids Meinung an: „Ich sehe Rottweiler grundsätzlich als gefährlich an. Wer unbedingt so einen Hund auf die Menschheit loslassen möchte, sollte in München nicht ohne Maulkorb vor die Türe dürfen.“ Und noch eine Maßnahme fällt dem FDP-Fraktions-Chef zum Thema ein: „Opfer von Kampfhund-Attacken müssen in hohem Maß entschädigt werden. Wenn die Haftpflichtversicherungs-Beiträge für Kampfhunde massiv hoch wären, würden sich weniger Leute so ein Tier kaufen.“

Was droht nun Buddas Eigentümerin? Laut KVR bekommt die Frau ihren Hund nicht mehr zurück, muss aber alle Kosten tragen, die der Hund noch verursacht. Welche Konsequenzen gibt es für die Frau, die Budda zuletzt gehalten hat? Sollte die Tunesierin noch einmal einen Hund halten wollen, gilt für sie Leinenzwang und Maulkorbzwang. „Und zwar egal, ob sie einen Schäferhund hält oder einen Rauhhaardackel“, sagt KVR-Sprecher Rischpler.

von Abendzeitung München

Tigerattacken - Wann lernen die Menschen?

Tiger „Altai“ wurde nach dem tödlichen Angriff auf seine Pflegerin erschossen.
Tiger "Altai" wurde in Köln nach dem tödlichen Angriff erschossen
Die Tigerattacke im Kölner Zoo endete tödlich für eine Pflegerin. Bei Unfällen mit Tigern wurden in den vergangenen Jahren in Deutschland mehrere Menschen schwer verletzt. Wir dokumentieren die Fälle:

März 1992:
Ein 33-jähriger Besucher des Heimattierparks in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) klettert über die Absperrungen vor einem Raubtierkäfig. Er wird von einem männlichen Sibirischen Tiger angegriffen und schwer verletzt. Zwei Tierpfleger bergen den Verletzten.

Dezember 1992:
Im Winterquartier des Zirkus Probst in Hohenerxleben (Sachsen-Anhalt) fallen fünf Tiger einen 20-jährigen Tierpfleger an und verletzen ihn lebensgefährlich.

August 1999:
Ein Dompteur wird bei Dreharbeiten zu der Fernsehserie „Forsthaus Falkenau“ von einem Tiger verletzt. Der 40-jährige Tiertrainer aus Berlin hatte das dreijährige Tigerweibchen Shandra mit einem Fleischköder gereizt. Unerwartet öffnete sich der Karabinerhaken der Kette, mit der das Raubtier an einer Säule festgebunden war. Der Tiger stieß den Dompteur so heftig mit der Pfote an die Brust, dass dieser rückwärts in eine Fensterscheibe fiel und sich an der Hand verletzte.

November 2000:
Ein sogenannter Liger verletzt in einem Zirkus im bayerischen Amberg ein fünfjähriges Mädchen schwer: Das Raubtier, eine Mischung aus Löwe und Tiger, schlägt aus einem Gittertunnel heraus mit der Tatze durch die Gitterstäbe und erfasst den linken Fuß des Kindes.

September 2004:
Ein 45-Jähriger wird in Querfurt (Sachsen-Anhalt) von einem Königstiger angegriffen und verletzt. Der Freund des Zirkusgeschäftsführers will eine Schubkarre neben dem Tigerkäfig holen. Das Raubtier langt mit der Pranke durch die Gitterstäbe und schlitzt den Oberarm des Mannes auf.

Dezember 2009:
Im Zoo von Aschersleben in Sachsen-Anhalt gelangt ein Tiger durch eine nicht geschlossene Schleuse in seinen Käfig, der gereinigt werden soll. Das Raubtier greift eine 30 Jahre alte Tierpflegerin von hinten an und zerrte sie in einen Freiraum. Sie wird schwer verletzt. Der stellvertretende Leiter des Tierparks drängt den Tiger weg und sperrt ihn in den Käfig ein.

Februar 2010:
Ein Tiger fällt seinen Dompteur während einer Zirkusvorstellung in Solingen von hinten an und beißt ihm in die Schulter. Der 52-jährige Verletzte wird ins Krankenhaus gebracht.